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Raimond Böschen 2008-2012 0555

"Meer umschlungen 2012"

Das Land zwischen den Meeren, präsentiert von der Sektion Nord ("Hering" und "Sprotte")



Vorgeschichte:
"Ich lade einfach mal zu einem Motorrad-Treffen von Tourer & Friends  ein und mache mal eben 2 Touren. Kann ja nicht so schwer sein, Freunden das schöne Schleswig-Holstein mit all seinen Sehenswürdigkeiten und den tollen Strecken in 2 Tagen zu zeigen; und für ein Überraschungsevent wird sich bestimmt auch noch Platz finden.", haben wir so gedacht!

Und als im November die Einladung auf der TuFs Seite erschien, blieb uns auch noch mächtig Zeit - aber plötzlich wacht man auf und sagt: "Was, heute schon?" Haben wir an alles gedacht? Klappt alles mit der Unterkunft? Fahren wir vielleicht doch etwas früher hin, falls jemand vor 14:00 Uhr anreist? UND WAS ZIEHE ICH AN?
In diesem Moment kann ich mir vorstellen, wie sich ein Teenie vor dem ersten Rendezvous fühlt. Aber lest selbst:


Donnerstag, 6. September 2012, Anreisetag:
Am Hotel angekommen bemerken wir: außer Warten gibt es nicht mehr viel zu tun - also warten wir: Alle Anspannung ist verflogen, als die ersten Gäste eintreffen: ganz still und leise; damit wir uns nicht zu sehr erschrecken; mit dem Auto! Ja, die arme Birgit musste nagelimreifenbedingt ohne Moped anreisen - sollten unsere Gäste tatsächlich so heiß auf dieses Treffen sein, dass sie notfalls auch zu Fuß kämen?
Die Freude ist einfach unbeschreiblich und die Anspannung ist wie weggewischt, als Raimond und Petra mit der "Delmenhorster Abordnung" als erste Gruppe auf den Hof fahren.
Nach und nach treffen dann auch die Freunde aus Gera und Bremen ein, bis sich zu guter Letzt unser Hesse, Bernd Neumann mit seinem Gast, Darrell Anderson aus den USA, welcher die diesjährige OTP Auslosung gewonnen hat, zu uns gesellen.

Nachdem die Zimmer bezogen wurden und dabei das eine oder andere Problemchen unkompliziert, wie wir nun mal sind, gelöst wurde, geht es zum offiziellen Teil über. Nach der Begrüßungsrede wird uns ein 3-Gänge Menü serviert, dass alle unsere Erwartungen übertrifft. Nach ein wenig small talk begeben sich die ersten bald zur Ruhe, um für den nächsten Tag und unsere erste Ausfahrt fit zu sein.

Freitag, 7. September 2012, 1. Tourentag:
Sind es nun Freudentränen, die uns am nächsten Morgen vom Himmel geschickt werden oder doch etwas Nieselregen? Als Optimisten, die wir alle nun mal sind, gehen wir vom ersten aus. Denn heute soll die Strecke in Richtung Ostsee und zur Schleimündung gehen.
Die Tour führt über Teile des Amtes Probstei Richtung Kiel, wo wir die ersten maritimen Eindrücke mit Blick auf den Hafen mit seinen Kreuzfahrern und den Marinehafen sammeln können, um kurz darauf, nach der Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals über die Prinz-Heinrich-Brücke, den Olympiahafen Schilksee an der Ostsee zu erreichen.

Nach einer kurzen Rast, bei der es plötzlich zu regnen aufhört, fahren wir über teils verträumte Straßen nach Eckernförde, wo wir den Hafen im Sonnenschein liegen sehen.
Der Verdacht, jemand hätte seinen Hund im Topcase vergessen, bestätigt sich nicht: Vielmehr signalisierte das Knurren, dass es langsam Zeit wird unsere Tour fortzusetzen um "Essen zu fassen". Nicht ohne vorher über kurvige Strecken die Landschaft zu genießen, fahren wir "Zur Kate" beim Ostseebad Damp. Um die erhitzten Gemüter abzukühlen, bekommen wir bei der Ankunft am Restaurant noch ein paar Tropfen ab, welche sich zum Aufbruch nach dem Essen zum Glück so rasch wie endgültig verziehen.
Der ein oder andere staunt nicht schlecht und sucht vergeblich die Straße, als uns auf der Klappbrücke vor Lindaunis, wo wir die Schlei überqueren wollten, ein Zug entgegen kommt. Über die Klappbrückengleisbettfahrbahn steuerten wir Arnis dennoch erfolgreich an.

Hier wollen wir die Schlei erneut überqueren, diesmal aber mit einer seilbetriebenen Fähre. Dank eines sehr optimistischen Fährmannes und ein wenig zusammenrücken, gelingt es, neben der Touristen Ausflugsbahn auch noch alle 16 Motorräder samt Fahrer und Sozius auf dem Dampfer zu platzieren, so dass alle zusammen die Fahrt über die weiße Brücke in Kappeln nach Schleswig fortsetzen können. Hier lassen wir es uns nicht nehmen, bei einem Käffchen und der Besichtigung der alte Fischersiedlung HOLM ein wenig die Seele baumeln zu lassen, bevor es auf direktem Weg zum Landgasthof Kasch zurückgeht, aber nicht, ohne dass alle vorher getankt haben!

Hier erwartet uns ein leckeres Bratkartoffelbüffet, bei dem die Küche wieder einmal über sich hinauszuwachsen scheint!
An diesem Abend weicht der small talk angeregten und gehaltvollen Gesprächen: es ist ein sehr schöner Abend in einer sehr angenehmen Atmosphäre!

Samstag, 8. September 2012, 2. Tourentag:
Bedeckter Himmel, steife Brise. Pünktlich um 08:30 Uhr laufen die ersten Maschinen warm, sodass wir um 09:00 Uhr vom Hof kommen. Heute soll es nach Büsum in den "Blanken Hans" gehen. Was die Gruppe dort außer einem Mittagessen erwartet, bleibt bis zum Schluss ein Geheimnis.
Auf trockenen Straßen durchqueren wir das schöne Land, um unsere erste Rast an dem kleinen Privatflugplatz Schachtholm am Nord-Ostsee-Kanal zu machen. Als wäre es abgesprochen, werden wir dort von dem Rettungshubschrauber "Christoph 34" und 2 Kleinflugzeugen, wovon eines gerade startet, empfangen. Ein Gruppenfoto mit dem Hubschrauber im Hintergrund ist nach dem Milchkaffe ein Muss! Mit Erlaubnis der Flugleitung im Tower dürfen wir das Rollfeld befahren und uns für das Foto aufstellen.
Zeit ist relativ und die haben wir leider nicht im Übermaß, da wir in Büsum schon erwartet werden. Mit der kostenlosen Kanalfähre überqueren wir den Kanal bei Breiholz. Diese Überfahrten sind immer ein derartiger Spaß, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass ein Team ca. 5km weiter noch einmal die Gelegenheit nutzt, die Gaudi der Überfahrt zu wiederholen.

Über teils große, teils verschlungene Strecken erreichen wir bald das Ostseebad Büsum, wo wir uns zunächst einmal stärken können. Hatte der eine oder andere gehofft der Ausstellung entgehen zu können, wurde er nach dem Essen eines Besseren belehrt. Geschlossen konnte die Gruppe nun erleben, oder zumindest ansatzweise nachempfinden, wie sich die Menschen 1962 während der großen Sturmflut, die viele Menschenleben kostete, gefühlt hatten.
Mit vielen neuen Eindrücken verlassen wir danach Büsum, denn im Gasthof Kasch erwartet uns heute ein leckeres Grillbüffet, und nicht zuletzt ein Fragebogen, der ermitteln soll, wer sich denn nun von jetzt an "Master between the Oceans" nennen darf.

Bei der Auswertung der Fragebögen stellen wir erstaunt fest, wie nahe die einzelnen Teams punktemäßig beieinander liegen. Ausschlaggeben für den Titel ist damit das Glas mit den Erbsen (es sind wirklich 1212, wir haben sie selber gezählt): der erste Platz wird an das Team Birgit Hugo und Horst Adler vergeben. Als zweiter Gewinner wird Bernd Ziegengeist ermittelt. Bei allem Ehrgeiz an der Sache steht natürlich auch der Spaß im Vordergrund, von dem Kai und Ingo jede Menge in ihren Antworten haben einfließen lassen, wodurch sie für entspannte Heiterkeit sorgen.
Zur Untermalung beim Essen und nach der Siegerehrung zum Tanz unterhält uns "DJ Daniel" und lässt nichts unversucht, die Leistungsfähigkeit eines Tourenfahrers auf die Probe zu stellen.

Während die einen das Tanzbein schwingen, wird an den Tischen eifrig diskutiert; Ergebnis: das Treffen der Tourer & Friends im nächsten Jahr soll in Gera stattfinden! Bernd Ziegengeist lässt sich dazu überreden, was auf breite Zustimmung trifft. Spät, erschöpft aber glücklich und zu aller Zufriedenheit findet dieser Tag sein Ende.

Sonntag, 9. September 2012, Abreisetag:
Heute soll das Frühstück etwas später stattfinden, was dem einen oder anderen wohl auch recht gelegen kommt. Danach herrscht bald allgemeine Aufbruchsstimmung.
Nach herzlichen Verabschiedungen schauen wir den Rücklichtern der Maschinen hinterher. Auch wenn jemand etwas anderes behauptet: es ist der aufwirbelnde Sand der wegfahrenden Motorräder, der dafür sorgt, dass die Schmierung meiner Linse übermäßig einsetzt.

Zum Abschluss möchten wir uns noch bedanken:

Und nicht zuletzt euch allen, die dieses Treffen zu dem gemacht haben, was es am Ende geworden ist: ein Treffen netter Menschen, die ein schönes Hobby pflegen und in der Lage sind, sich selber nicht so wichtig zu nehmen und dadurch Anderen das Gefühl geben, willkommen zu sein! Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen:

2013 in oder bei Gera!


Danke!
Petra und Piet



Anm.d.Red.: auch bekannt als "suchender Hering" und "verlorene Sprotte"!